Pandemien - eine Herausforderung für die Gesellschaft und Forschung am Beispiel von SARS-CoV-2

Course offered by: Prof. Dr. Oliver T. Keppler (LMU München), Prof. Dr. Ulrike Protzer (TU München)
Offering University: Uni Munich (LMU), TU Munich (TUM)
Course Language: German
Subject Area: Medicine / Medical Science
Average Workload: 8 Hours Free of Charge
Available from: 01.06.21 Free of Charge Enrol

What awaits you in this course?

Dieser Kurs wird Ihnen das Thema Pandemien, am aktuellen Beispiel von SARS-CoV-2, näherbringen. 

In den insgesamt acht Kapiteln befassen Sie sich ausführlich mit interessanten und praxisrelevanten Inhalten zu dieser Thematik. 

Dabei werden wir auf schon zurückliegende Pandemien eingehen. Wir möchten Sie auf eine Zeitreise schicken, um Zusammenhänge zu verstehen. Bis in die Gegenwart, welche Pandemien uns aktuell beschäftigen und welche Auswirkung diese Infektionen auf Gesellschaft und Forschung haben. Ein Blick in die Zukunft soll Ihr Interesse wecken - in welcher Beziehung Globalisierung und Klimaveränderungen zu Pandemien stehen.

Der Kurs ist auf mehreren Ebenen aufgebaut und sowohl für den Laien verständlich als auch für den Wissenschaftler interessant. Interaktiv werden Fragen zu hygienischen Aspekten und Forschung erarbeitet. Wie kommt es überhaupt zu einer Pandemie? Fragen und Antworten zur Prävention von Viruserkrankungen (Infektionsschutzmaßnahmen, Reiseverkehr), Kontaktpersonenmanagement, Diagnostik und Umgang mit Probenmaterial (Ländervergleiche, internationale Situationen), Therapie und Versorgung von Patienten mit speziellen Viruserkrankungen sowie Forschung und Testentwicklungen stehen dabei im Vordergrund.

Zu Beginn des Kurses bekommen die Teilnehmenden eine Übersicht über die Kursinhalte (Gliederung des Kurses) und die Lernziele. Verständliche und gut strukturierte Texte lassen komplexe Sachverhalte schnell erlernen. Mit Hilfe von umfangreichem, aussagekräftigem Medienmaterial (Bilder, selbsterstellten Videos, Audios) werden die Themen erläutert. Interaktive Elemente, abwechslungsreiche Gestaltung und Selbsttests mit unterschiedlichen Fragetypen (Online-Selbsttests) sollen zur Motivation beitragen und für alle Zielgruppen auf einem angemessenen Niveau verständlich sein. Über Links und ausgewählter Literatur wird tieferes Wissen vermittelt. Die Lernziele werden am Ende des Kurses  im Rahmen einer kurzen Zusammenfassung erneut aufgegriffen und verfestigen somit das erlernte Wissen. Echte oder praxisnahe Fälle aus der Virologie vermitteln Ihnen einen realen Bezug zu der Thematik.

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What can you learn in this course?

Sie lernen in diesem Kurs, unabhängig von Ihrem unterschiedlichen Wissensstand, was Sie schon immer über Pandemien verstehen wollten.

Dabei gehen wir insbesondere auf die aktuelle Situation von SARS-CoV-2 ein. Ihnen werden Grundlagen der Epidemiologie vermittelt und SARS-CoV-2 in Form eines Erregersteckbriefs vorgestellt bis hin zu komplexen Themen aus dem Bereich der Diagnostik und Forschung mit klinischen Studien und Testentwicklungen. Sie lernen Strategien zum Hygienemanagement und Prävention kennen, die zur Eindämmung der Pandemie beitragen sollen und verstehen das Meldewesen, warum Datenerfassung essentiell zur Kontrolle von Infektionskrankheiten ist. Sie werden über die wichtigsten supportiven Maßnahmen bei einer Covid-19-Erkrankung informiert und erhalten einen Überblick über die zur Therapie von Covid-19 eingesetzten Wirkstoffgruppen und können somit den Erfolg einer speziellen Therapie anhand der Studienlage einschätzen.

Am Ende des Kurses verfügen Sie über ein fundiertes Wissen zu dem Thema Pandemie und zu dem aktuellen Ausbruch von SARS-CoV-2, sodass Sie qualifiziert mitreden können.




Outline

1. Pandemien - Gestern und Heute

2. Chronologie einer Pandemie

  • SARS-CoV-2 von Januar 2020 bis heute

3. Erregersteckbrief SARS-CoV-2

4. Epidemiologie

  • Begriffe aus der Epidemiologie
  • Fallzahlen und Risikobewertungen
  • Bedeutung für den Reiseverkehr/Globalisierung/Klimawandel

5. Prävention 

  • Hygienemanagement und Prävention
  • Meldewesen 

6. Diagnostik

  • Allgemeines zur virologischen Diagnostik
  • Diagnostik von COVID-19 Infektionen

7. Therapie

8. Forschung

  • Forschung - Entwicklung neuer Testverfahren zur Diagnostik von SARS-CoV-2
  • Impfstoffentwicklung


Course offered by

Prof. Dr. med. Oliver T. Keppler 

Oliver T. Keppler ist Vorstand des Max von Pettenkofer-Instituts und Inhaber des Lehrstuhls für Virologie an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Seine Forschungsschwerpunkte liegen im Bereich der Virus-Wirt-Interaktion mit einem Fokus auf dem Human Immundefizienz Virus. Seine Arbeitsgruppe möchte ein besseres Verständnis der molekularen Zusammenhänge der Interaktion von Viren, ihren Zielzellen und dem Immunsystem gewinnen. Insbesondere das latente Reservoir des Virus in infizierten Menschen – weltweit ca. 35 Millionen – steht im Zentrum der Forschung hin zu einer Heilung. 

In der Coronavirus-Pandemie liegt sein Hauptaugenmerk auf der Diagnostik und Prävention der Infektion mit SARS-CoV-2 und der Entwicklung innovativer antiviraler Ansätze. Auch Untersuchungen zu genetischen Veränderungen des Virus und deren Konsequenzen auf die Übertragung, Erkrankung und den Erfolg der Impfungen werden aktuell intensiv am Max von Pettenkofer-Institut untersucht. Oliver T. Keppler ist Leiter oder Mitglied in verschiedenen bayerischen und nationalen Forschungsverbünden zu COVID-19.

(Bildnachweis © Jan Greune)


Prof. Dr. med. Ulrike Protzer

Ulrike Protzer ist Ärztin für Innere Medizin und Virologin. Sie leitet die Virus-Diagnostik für die beiden Universitätsklinika der TUM, dem Klinikum rechts der Isar und dem Deutschen Herzzentrum. Seit Jahren befasst sie sich mit der Molekularbiologie von Viren, mit der Interaktion von Viren mit ihrem Wirt, dem Menschen, und mit der Entstehung und Bekämpfung chronischer Viruserkrankungen.

Ihr Forschungsschwerpunkt ist das Hepatitis B Virus, das nach einer schleichenden Infektion jährlich über 850.000 Menschen das Leben kostet. Gemeinsam mit ihrem Team arbeitet sie an innovativen Therapieansätzen, die das Virus mit Hilfe des Immunsystems bekämpfen. Ähnlich wie in der Tumortherapie werden T-Zellen durch Impfstoffe oder Designer-Moleküle auf infizierte Zellen gerichtet um das Virus zu eliminieren. Durch neue Zellkultur- und Tiermodelle konnte die Erforschung neuer Therapie-Ansätze gerade in den letzten 2-3 Jahren große Fortschritte erzielen. Seit Beginn der COVID-19 Krise beschäftigt sie sich intensiv mit dem neuen SARS-Coronavirus und Wegen, die Pandemie zu beherrschen.


Further authors

Dr. med. Severin Wegerle

Severin Wegerle studierte Medizin an der Westfälischen-Wilhelms-Universität in Münster und an der Ludwig-Maximilians-Universität in München. In ihrer weiteren Ausbildung zur Fachärztin für Medizinische Mikrobiologie war sie in der Medizinischen Klinik des Kreiskrankenhauses Starnberg und im Städtischen Krankenhaus München-Schwabing mit Schwerpunkt Infektions- und Tropenkrankheiten tätig.

Es folgte die Ausbildung in medizinischer Mikrobiologie und Virologie als Ärztin am Max von Pettenkofer-Institut für Hygiene und klinische Mikrobiologie der Ludwig-Maximilians Universität. In dieser Zeit hat Frau Dr. Wegerle zusammen mit Herrn Prof. Eberle Studenten im Harvard- und interdisziplinären POL-Kurs "Infektionskrankheiten und Immunität" (IKI) betreut. Seit 2003 unterrichtet und prüft sie zusätzlich an der Staatlichen Hebammenschule München „Medizinische Mikrobiologie“. 

2005 erfolgte die Facharztprüfung für Mikrobiologie, Virologie und Infektionsepidemiologie. Im Anschluss an ihrer Ausbildung etablierte sie im Auftrag des Tropeninstituts München ein Tuberkulose Labor in Tansania (MMRP/Mbeya) und trainierte dort Mitarbeiter des Labors in Standard Operation Procedures (SOPs). Von 2005 bis 2013 war sie als Fachärztin in der Asklepios Fachklinik Gauting mit Schwerpunkt Tuberkulose (WHO Supranationales Referenzlaboratorium für Tuberkulose) tätig.

2013 kehrte sie an das Max von Pettenkofer-Institut in den Bereich Virusdiagnostik zurück. Seit 2019 ist sie Projektleiterin für das E-Learning-Programm. Sie konzipierte den ersten Kurs "Grundlagen der Virologie", den Studierende der bayerischen Hochschulen über die VHB belegen können. Weitere Kurse, wie "Spezielle Virologie" folgen.

Prof. Dr. med. Josef Eberle

Prof. Dr. med. Josef Eberle studierte Medizin an der LMU München und ist seit 1989 als Facharzt für Medizinische Mikrobiologie und Infektionsepidemiologie im Bereich Virusdiagnostik am Max von Pettenkofer-Institut tätig. Er übernimmt dort u.a. Aufgaben für das Nationale Referenzzentrum für Retroviren am Pettenkofer-Institut (Leiter Prof. Keppler).

Sein Forschungsschwerpunkt lag seit 1984 im Bereich der Entwicklung diagnostischer Werkzeuge für den Nachweis von HIV (serologisch und molekularbiologisch), der epidemiologischen Analyse der HIV-Ausbreitung und nach Einführung antiviraler Therapien in der Analyse von Resistenzmechanismen. Er ist Mitbegründer und derzeitiger Vorsitzender von HIV-Grade e.V., einer Spezialistengruppe, die eine öffentlich zugängliche Internetplattform betreiben, in der Virussequenzen hinsichtlich der Eignung therapeutischer Medikamente analysiert werden können (www.hiv-grade.de). Prof. Eberle war maßgeblich an der Entdeckung und Charakterisierung von HIV-1 Gruppe O Anfang der 90er Jahre beteiligt. Er habilitierte sich 1995 über HIV-2 und berät die Deutsche AIDS Gesellschaft (DAIG) über Nachweis, Therapie und Resistenzen dieser Infektion (Leitlinienkommission). Er ist Mitglied des Diagnostik-Ausschusses der virologischen Fachgesellschaften (DVV-GfV).

Prof. Eberle hat sich 1997 der Munich-Harvard-Educational Alliance angeschlossen und nimmt seit 1998 in leitender Funktion am Hochschullehrerausbildungsprogramm der medizinischen Fakultät der LMU teil (InSeL-Kurse zum Erlangen der Basis- Lehrqualifikation des Instituts für Didaktik und Ausbildungsforschung im Medizinstudium- DAM, Ltg. Prof. M. Fischer).

Prof. Eberle hat von 1998-2004 den fächerübergreifenden, interdisziplinären POL-Kurs "Infektionskrankheiten und Immunität" (IKI) entwickelt und geleitet, in dem erstmalig ein e-Learning Modul zur Indikation einer HIV und HBV Post-Expositions-Prophylaxe eingesetzt wurde. Das IKI-Kursmodell wurde ab 2004 von der Leipziger Fakultät für Medizin übernommen und seither weiterentwickelt.

Seit 2004 leitet Prof. Eberle das erste Semester im klinischen Medizinstudium (Modul 1). Prof. Eberle hat mit einem Projekt für das Curriculum-Mapping für Immunologie im Medizinstudium am Multiplikatoren-Programm der LMU teilgenommen (zusammen mit dem Lehrstuhl Immunologie). Er hat vielfach Auszeichnungen für die Qualität seiner Lehre in unterschiedlichen Unterrichtsformen erhalten.

Prof. Dr. med. Lutz Gerhard Gürtler

Jahrgang 1942. Medizinstudium und Promotion zum Dr. med. 1969 in Erlangen. Anschließende Weiterbildung am Max-Planck-Institut für Biochemie in Martinsried, Institut für Anthropologie und Humangenetik der LMU mit Abschluss der Habilitation zum Dr. rer. nat. habil., Facharzt für Labormedizin im Krankenhaus Neuperlach und im Max von Pettenkofer Institut der LMU, Spezialisierung in Mikrobiologie und dort in der Virologie mit Schwerpunkt HIV im Max von Pettenkofer Institut der LMU mit Abschluss der Habilitation zum Dr. med. habil. 

1998-2008 Leiter des Friedrich Loeffler Instituts für Medizinische Mikrobiologie der Universität Greifswald. 2008-2009 Tätigkeit am Institut für Virologie der Universität Frankfurt.

1986-1998 Berater der WHO und der GTZ mit Studien zur HIV Prävalenz in Blutspendern und der Etablierung von Referenzlabors in mehreren afrikanischen Ländern und in Paraguay. 1996-2008: Mitglied des Arbeitskreis Blut des Gesundheitsministeriums mit dem Ziel Blut-übertragbare Infektionen zu verhindern; bis 2021 der Untergruppe des AK-Blut im Paul Ehrlich Institut um Blut-übertragbare Erreger und ihre Relevanz für Deutschland festzulegen und ihre mögliche Inaktivierung zu evaluieren. 2008-2019 Gastprofessor an der Universität Bangangté in Kamerun mit Vorlesungen und Kursen der Bakteriologie und Virologie mit Schwerpunkt für zentralafrikanische (tropische) Erreger und limitierte Laborkapazitäten. 

Seit 2009 Gastprofessor am Max von Pettenkofer Institut der LMU.

Target group

Sowohl Mediziner als auch andere Berufsgruppen im Gesundheitssystem, wie z.B. Hebammen, Arzthelfer*innen, medizinisch-technische Assistenzberufe können diesen Kurs bearbeiten und sich mit dieser Thematik ausführlich auseinandersetzen. Aber auch Lehrer und Schüler, sowie allgemein Interessierte profitieren von diesem Kurs.