Medienethik. Themen & Diskurse

Anbieter*innen: Prof. Johanna Haberer
Anbietende Hochschule: Uni Erlangen-Nürnberg (FAU)
Kurssprache: Deutsch
Wissensgebiet: Geistes- und Kulturwissenschaften Kostenfrei
Durchschnittlicher Arbeitsaufwand: 16 Stunden Kostenfrei Einschreiben

Was erwartet Sie in diesem Kurs?

Von prominenten Skandalen wie der Affäre um die Hitler-Tagebücher bis hin zu den (immer noch) aktuellen Vorwürfen der Lügenpresse widmet sich der Kurs den vielfältigen ethischen Fragen und Herausforderungen der Medienwelt. Vom Journalismus über Werbung bis hin zu Unterhaltungsformaten im TV und der Berichterstattung über Krieg und Gewalt nimmt der Kurs dabei die unterschiedlichen Felder der Kommunikation in den Blick und diskutiert, wie Medien ethisch-verantwortungsvoll gestaltet, verbreitet und rezipiert werden. Denn natürlich sind für „die Medien“ nicht nur die Medienmacher verantwortlich – und so werden wir im Kurs auch unsere eigene Rolle als Mediennutzerinnen und Mediennutzer kritisch reflektieren.

Die Kursinhalte sind praxisnah anhand von konkreten Beispielen aufbereitet. Durch zahlreiche Selbstkontrollaufgaben, Pinnwände und Meinungsumfragen werden Sie aktiv in den Kurs mit eingebunden.


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Was können Sie in diesem Kurs lernen?

Erwerb medienethischer Fach- und Methodenkompetenzen, die für alle, die Medien verantwortungsvoll nutzen möchten, hilfreich sind.

Die Teilnehmenden

  • erwerben grundlegende Kenntnisse und Begrifflichkeiten medienethischer Analyse
  • verstehen Modelle zur ethischen Analyse und können sie anwenden
  • sind in der Lage, medienethische Problemstellungen zu analysieren
  • schulen ihre ethische Urteilskraft an ausgewählten Beispielen
  • können medienethische Diskurse kritisch reflektieren und kompetent bewerten
  • erhalten Handwerkszeug, das sie dazu befähigt ethische Implikationen ihres eigenen Medienhandelns zu erfassen und sind dazu in der Lage dieses anzuwenden und ihr Verhalten entsprechend auszurichten.

Gliederung

Hintergründe zum Kurs und Erläuterungen zum Kursablauf

Was versteht man unter einem Skandal – was unter einem Medienskandal? Wie läuft ein Medienskandal klassischerweise ab, wie konnte es hierzu kommen und welche Folgen haben (Medien-)Skandale für die Betroffenen, die Rezipierenden die Medien? Am Beispiel von prominenten Medienskandalen – wie etwa den vermeintlichen „Hitler-Tagebüchern“, dem Geiseldrama von Gladbeck und inszenierten Skandalen des Unterhaltungs-TV – werden verschiedene Arten von Medienskandalen besprochen und aus medienethischer Sicht reflektiert.

Ausgehend von den in Kapitel 1 besprochenen Praxisfällen und Skandalen findet in diesem Grundlagenmodul eine Reflexion darüber statt, was unter Medienethik eigentlich zu verstehen ist und wie diese aus unterschiedlichen Perspektiven heraus begriffen werden kann. Hierbei werden Fragen der Allgemeinen Ethik, Theoriemodelle (u. a. Diskursethik, Gerechtigkeitsethik), Ideal- versus Praxisnormen (Ideale Ebene, soziokulturelle und politische Rahmenbedingungen) und der verschiedenen Reichweiten der Verantwortung diskutiert. Dabei steht auch die Frage nach einer Publikumsethik und der Notwendigkeit von Medienkompetenz und Medienbildung im Fokus.

Mit der sogenannten Potter-Box lernen Sie ein praktisches und bewährtes Analyseverfahren der Medienethik kennen. Für eine kompetente und fundierte Begründung medienethischer Entscheidungen werden zudem in diesem Kapitel ethische Prinzipien wie etwa der Kategorische Imperativ, der Utilitarismus und Aristoteles‘ „Weg der Mitte“ erläutert und diskutiert.

Wie ist die Medienregulierung in Deutschland strukturiert? Wie können Medienfreiheit und z. B. Jugendschutz in Einklang gebracht werden? Dieses Kapitel stellt unterschiedliche Instanzen und Institutionen der Medienregulierung vor. Hierzu haben wir auch Experten aus der Praxis eingeladen die ihre tägliche Aufgaben schildern.

Ist guter Journalismus gleichzusetzen mit ethisch-moralischem Journalismus? Ausgehend von dieser Frage werden in diesem Modul Fragen nach dem Spannungsverhältnis von Medien und Qualität gestellt. Vertieft werden hier unterschiedliche Qualitätskriterien diskutiert und es wird untersucht, welche Rolle Qualität in der journalistischen Praxis spielt.

In einem abschließenden Ausblick werden wir Praxisbeispiele aus den unterschiedlichen Feldern der öffentlichen Kommunikation diskutieren. Neben der Frage nach dem Einfluss von Werbung auf den Journalismus geht es hierbei z. B. um die Bewertung von Unterhaltung aus medienethischer Sicht oder um Gewaltdarstellungen im TV.

Anbieter*innen

Professorin Johanna Haberer wurde 1956 in München geboren und studierte Germanistik, Theaterwissenschaft und Theologie. Nach ihrer ersten Pfarrstelle in Schongau/Obb. war sie von 1984 bis 1985 kommissarisch als Rundfunk- und Fernsehbeauftragte der Bayerischen Landeskirche beim Bayerischen Rundfunk tätig. Von 1985 bis 1989 arbeitete sie als Referentin für lokalen und regionalen Hörfunk im Evangelischen Presseverband für Bayern. Die Evangelische Funkagentur (efa) wurde unter ihrer Leitung aufgebaut. Stationen als Redakteurin bei der Evangelischen Filmgesellschaft EIKON von 1990 bis 1993 in München und als Chefredakteurin von 1994 bis 1997 des „Sonntagsblattes – Evangelische Wochenzeitung für Bayern“ folgten. Sie hält seit 1996 regelmäßig Rundfunkandachten. Von 1997 bis 2001 war die Theologin Rundfunkbeauftragte des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland. Seit 2001 ist Johanna Haberer Professorin für Christliche Publizistik an der Theologischen Fakultät der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, von 2008 bis 2012 war sie deren Vizepräsidentin. Die Theologin war von 2002 an vier Jahre lang Sprecherin des „Wortes zum Sonntag“. Sie ist unter anderem auch Mitherausgeberin von Publik-Forum – Zeitung kritischer Christen. 

Prof. Dr. Klaus-Dieter Altmeppen ist Inhaber des Lehrstuhls für Journalistik II an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt. Klaus-Dieter Altmeppen war 1998 bis 2002 Sprecher der Fachgruppe „Journalistik und Journalismusforschung“ und von 2010 bis 2014 Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft (DGPuK), von 2009 bis 2011 Prodekan und von 2011 bis 2013 Dekan der Fakultät für Sprach- und Literaturwissenschaft der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt. Seine Forschungsschwerpunkte sind unter anderem die Journalismusforschung, das Redaktions- und Medienmanagement, die Unterhaltungsbeschaffung und –produktion, Medienökonomie und Medienorganisation, sowie das Themenfeld der Verantwortungskommunikation.
Gemeinsam mit Alexander Filipović leitet er das zem::dg – Zentrum für Ethik der Medien und der digitalen Gesellschaft und gibt gemeinsam mit Kollegen die Zeitschrift Communicatio Socialis heraus.

Prof. Dr. Alexander Filipović ist Kommunikations- und Medienethiker. Er ist Inhaber des Stiftungslehrstuhls für Medienethik an der Hochschule für Philosophie in München. Nach einem Studium der Kath. Theologie, Kommunikationswissenschaft und Germanistik promovierte er 2006 mit einer medienethischen Dissertation in Bamberg.
Der Ethiker, Theologe und Kommunikationswissenschaftler beschäftigt sich unter anderem mit der Ethik des Journalismus, der Fernsehunterhaltung und der Digitalisierung. Wesentlicher Schwerpunkt seiner Vorträge und Publikationen sind die Veränderungen und Herausforderungen des digitalen Wandels unserer Medien. Er koordiniert das Netzwerk Medienethik, betreibt einen Blog und gibt mit Kollegen die medienethische Zeitschrift Communicatio Socialis heraus. Neben der Beschäftigung mit medienethischen Themen forscht er zum philosophischen Pragmatismus.
Gemeinsam mit Klaus-Dieter Altmeppen leitet er das zem::dg.

Prof. Dr. Christian Schicha ist Professor für Medienethik am Institut für Theater- und Medienwissenschaft an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg. Nach seinem Studiem der Fächer Kommunikationswissenschaft, Germanistik/Literaturwissenschaft und Philosophie promovierte er an der Universität Essen im Fach Soziologie. 
Als Wissenschaftlicher Mitarbeiter war er an den Universitäten Essen (Soziologie), Dortmund (Philosophie und Politikwissenschaft), Düsseldorf (Philosophie) und Marburg (Mediewissenschaft) tätig. Forschungsstipendiat der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) Habilitation, Dr. phil. habil an der Philipps-Universität Marburg im Fach Medienwissenschaft. Professur und Dekan im Fach Medienmanagement sowie Akademischer Leiter und Pressesprecher an der Mediadesign Hochschule in Düsseldorf.

Prof Dr. Thomas Zeilinger ist der Beauftragte der Evang.-Luth. Kirche in Bayern für Ethik im Dialog mit Technologie und Naturwissenschaft mit Sitz in München. Von 2002 bis 2017 war er im Institut „persönlichkeit+ethik“ zu Themen ethischer Orientierung in beruflichen Kontexten tätig. Der evangelische Theologe promovierte 1998 zur Deutung transindividueller Phänomene („Zwischen-Räume. Theologie der Mächte und Gewalten“). In den Jahren 2002 bis 2005 begleitete er das Projekt „Vernetzte Kirche“ der Evang.-Luth. Kirche in Bayern wissenschaftlich. Seit 2007 ist Thomas Zeilinger als Lehrbeauftragter an der FAU tätig. 2010 wurde er mit der Studie „netz.macht.kirche. Bedingungen, Möglichkeiten und Aufgaben institutioneller Kommunikation des Glaubens im Internet“ habilitiert und 2011 zum Privatdozenten ernannt. Im März 2018 bestellte ihn die FAU zum außerplanmäßigen Professor.

Weitere Autoren*innen

Susanna Endres absolvierte nach ihrem Studium der Germanistik und Kunstpädagogik für das Lehramt an Realschulen und ihrer Lehrtätigkeit an der Staatlichen Realschule in Roth im Rahmen des Referendariats den Masterstudiengang „Medien-Ethik-Religion“ der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg. Von 2014 bis 2016 war sie im St. Benno Verlag in Leipzig in der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit und im Lektorat tätig. Seit Februar 2017 arbeitet sie als Wissenschaftliche Mitarbeiterin am zem::dg.

Franziska Streib absolvierte nach dem Bachelorstudium Theater- und Medienwissenschaften und Germanistik an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg ein Doppelstudium im Lehramt für Grundschulen (mit Erweiterungsfach Medienpädagogik) und dem Master Medien – Ethik – Religion an der FAU. Seit Frühjahr 2017 ist sie als Fortbildungskoordinatorin am Sprachenzentrum der Universität beschäftigt und promoviert aktuell im Bereich der Medienpädagogik.

Zielgruppe

Der Kurs ist offen für alle, die sich für das Thema interessieren. Spezifisches Vorwissen ist nicht erforderlich. 

Teilnahmebestätigung

Sie können für diesen Kurs einen Teilnahmeschein erhalten, wenn Sie mindestens 75 % der gekennzeichneten Aufgaben erfolgreich absolviert haben.

Lizenz

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