Klimawandel und Viren - Neue Gesundheitsrisiken verstehen
Klimawandel und Viren - Neue Gesundheitsrisiken verstehen
| Angeboten von: | Dr. med. Severin Wegerle, Prof. Dr. Martina Müller-Schilling | ||
| Anbietende Hochschule: | Uni München (LMU), Uni Regensburg | ||
| Kurssprache: | Deutsch | ||
| Wissensgebiet: | Medizin | Kostenfrei | |
| Durchschnittliche Bearbeitungszeit: | 12 Stunden | Kostenfrei | Einschreiben |
| Bildnachweis: Dr. Severin Wegerle | |||
Was können Sie in diesem Kurs lernen?
Dieser Kurs soll Ihnen die Möglichkeit bieten, unabhängig von Ihrem vorherigen Wissensstand, Fragen bezüglich der Wechselwirkungen zwischen Klimawandel und der Verbreitung viraler Infektionen beantworten zu können. Außerdem lernen Sie, verschiedenste Präventions- und Kontrollmaßnahmen kritisch zu bewerten.
Aber auch vertiefende Einblicke in aktuelle medizinische Erkenntnisse zur Diagnostik und Therapie vektorübertragener Infektionen werden Ihnen vermittelt. Durch Interviews mit betroffenen Patientinnen und Patienten liegt besonderer Wert auf der greifbaren Vermittlung der gelebten Realität dieser Erkrankungen.
Das Ziel dieses Kurses ist es, Sie mit dem nötigen Wissen auszustatten, um die gesundheitlichen Risiken durch den Klimawandel einschätzen zu können, sich bestmöglichst davor zu schützen und Ihr Wissen mit anderen zu teilen.
Gliederung
- Definitionen
- Ursachen des Klimawandels
- Beobachtete Veränderungen und Beweise
- Klimamodelle und Prognosen
- Klimawandel und Gesundheit
- Klimaresiliente Gesundheitssysteme
- Definition vektorübertragener Erkrankungen
- Das Reservoir
- Einfluss des Klimawandels auf Vektoren und Reservoir
- Beispiele viraler vektorübertragener Erreger mit Steckbrief und Fallbeispielen
- Nachweismethoden
- Historischer Rückblick
- Traditionelle Maßnahmen zur Vektorkontrolle und Resistenzentwicklung
- Neuere Maßnahmen zur Vektorkontrolle
- Natürliche Fressfeinde und der Einfluss des Klimawandels
- Nutzen und Limitationen von Modellierungsstudien
- Öffentlichkeitsarbeit und Gesundheitserziehung
- Einführung: Welche Bedeutung hat das Auftauen von Permafrost
- Virenfunde im Permafrost
- Fallbeispiel: Werden Sie zum Permafrost-Forscher
- Abschluss
- Test
Angeboten von

Severin Wegerle, Projektleitung konsortialführende Hochschule LMU
Dr. med. Severin Wegerle studierte Medizin an der Westfälischen-Wilhelms-Universität in Münster und an der Ludwig-Maximilians-Universität in München. In ihrer weiteren Ausbildung zur Fachärztin für Medizinische Mikrobiologie war sie in der Medizinischen Klinik des Kreiskrankenhauses Starnberg und im Städtischen Krankenhaus München-Schwabing mit Schwerpunkt Infektions- und Tropenkrankheiten tätig.
Es folgte die Ausbildung in medizinischer Mikrobiologie und Virologie als Ärztin am Max von Pettenkofer-Institut für Hygiene und klinische Mikrobiologie der Ludwig-Maximilians-Universität. In dieser Zeit hat Frau Dr. Wegerle Studierende im Harvard- und interdisziplinären POL-Kurs "Infektionskrankheiten und Immunität" (IKI) betreut, mehrere Jahre unterrichtet und zusätzlich an der Staatlichen Hebammenschule München „Medizinische Mikrobiologie“ geprüft.
2005 erfolgte die Facharztprüfung für Mikrobiologie, Virologie und Infektionsepidemiologie. Im Anschluss an ihre Ausbildung etablierte sie im Auftrag des Tropeninstituts München ein Tuberkulose-Labor in Tansania (MMRP/Mbeya) und trainierte dort Mitarbeiter des Labors in Standard Operation Procedures (SOPs). Von 2005 bis 2013 war sie als Fachärztin in der Asklepios Fachklinik Gauting mit Schwerpunkt Tuberkulose (WHO Supranationales Referenzlaboratorium für Tuberkulose) tätig.
2013 kehrte sie an das Max von Pettenkofer-Institut in den Bereich Virusdiagnostik zurück. Seit 2019 ist sie Projektleiterin für das E-Learning-Programm. Sie konzipierte die Kurse "Grundlagen der Virologie" und „Spezielle Virologie - Webbasiertes Seminar Spezielle Virologie mit virologischen Infektionskrankheiten“, die Studierende der bayerischen Hochschulen über die VHB belegen können. Im Bereich openVHB hat Frau Wegerle einen weiteren Kurs entwickelt, der unter dem Namen „Pandemien – eine Herausforderung für die Gesellschaft und Forschung am Beispiel von SARS-CoV-2“ sowohl für Nichtmediziner als auch für Experten interessant ist. Seit 2024 ist sie Lehrbeauftragte für den Lehrstuhl Virologie an der LMU.

Martina Müller-Schilling, Partnerhochschule Universitätsklinikum Regensburg
Univ.-Prof. Dr. med. Dr. h. c. Martina Müller-Schilling, MHBA, ist Direktorin der Klinik und Poliklinik für Innere Medizin I am Universitätsklinikum Regensburg. Dort verantwortet sie ein breites internistisches Spektrum mit den Schwerpunkten Gastroenterologie, Hepatologie, Endokrinologie, Rheumatologie und Infektiologie. Seit ihrer Berufung auf den Lehrstuhl für Innere Medizin I an der Universität Regensburg im Jahr 2012 prägt sie sowohl die klinische Versorgung als auch die akademische Lehre und Forschung maßgeblich.
Ihre medizinische Laufbahn begann mit der Facharztanerkennung für Innere Medizin im Jahr 1996. Es folgten prägende Stationen in Forschung und Weiterbildung, unter anderem ein DFG-gefördertes Forschungsstipendium am Deutschen Krebsforschungszentrum sowie ein Aufenthalt an der Harvard Medical School. Nach ihrer Habilitation an der Universität Heidelberg im Jahr 2001 erwarb sie zahlreiche Zusatzqualifikationen, darunter die Schwerpunktbezeichnung Gastroenterologie und Hepatologie, Intensivmedizin, Infektiologie und Transplantationsmedizin.
In ihrer wissenschaftlichen Arbeit fokussiert sich Prof. Müller-Schilling auf die Rolle der p53-Familie in Tumorentstehung, Apoptose und immunologischen Prozessen, insbesondere im Kontext bakterieller Abwehrmechanismen und des akut-auf-chronischen Leberversagens. Ein weiterer zentraler Schwerpunkt ihrer Tätigkeit liegt in der interprofessionellen Zusammenarbeit sowie in innovativen Konzepten der medizinischen Aus- und Weiterbildung.
Für ihre herausragenden Leistungen in Forschung, Lehre und klinischer Medizin wurde sie vielfach ausgezeichnet, darunter mit zahlreichen Lehrpreisen der Universitäten Heidelberg und Regensburg sowie dem Deutschen Innovationspreis für interprofessionelle Projekte im Gesundheitswesen. 2025 wurde sie als „Professor des Jahres“ in der Kategorie Medizin/Naturwissenschaften ausgezeichnet und erhielt zudem die Ehrendoktorwürde der Victor-Babes-Universität für Medizin und Pharmazie in Timișoara.
Neben ihrer klinischen und wissenschaftlichen Tätigkeit engagiert sich Prof. Müller-Schilling intensiv in nationalen und europäischen Fachgesellschaften. Sie ist unter anderem Mitglied im Beirat der Deutschen Gesellschaft für Gastroenterologie (DGVS) sowie in leitenden Funktionen der United European Gastroenterology (UEG) tätig, wo sie seit 2023 das National Societies Committee leitet und Mitglied des Councils ist. Darüber hinaus wirkt sie im Kuratorium der Villa Vigoni – Deutsch-Italienisches Zentrum für den Europäischen Dialog – mit und ist Mitglied im Prüfungsausschuss der Bayerischen Landesärztekammer.
Weitere Mitwirkende

Sophie Schlosser-Hupf, Geschäftsführende Oberärztin am Universitätsklinikum Regensburg
Dr. med. Sophie Schlosser-Hupf studierte Humanmedizin an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Sie ist Fachärztin für Innere Medizin und Gastroenterologie mit den Zusatzbezeichnungen Infektiologie und Intensivmedizin. Seit 2018 ist sie geschäftsführende Oberärztin am Universitätsklinikum Regensburg. Ihre klinischen Schwerpunkte liegen in der Infektiologie, Hepatologie und Gastroonkologie. Sie ist in interdisziplinäre Strukturen wie das Molekulare Tumorboard und das viszeralonkologische Zentrum eingebunden. Zudem engagiert sie sich im Qualitätsmanagement sowie in der klinischen Studienentwicklung.
Sie ist Lehrbeauftragte der Klinik und Poliklinik für Innere Medizin I und verantwortet die Entwicklung innovativer Lehrformate. Sie koordiniert Curricula für Studierende verschiedener Fachrichtungen und engagiert sich in der interprofessionellen Ausbildung. Für ihre Lehrtätigkeit wurde sie mit einem Lehrpreis ausgezeichnet.
Ihre wissenschaftliche Arbeit konzentriert sich auf medizinische Aus- und Weiterbildung sowie Versorgungsforschung. Sie leitet eine eigene Arbeitsgruppe zu diesen Themen und ist Mitglied der Ethikkommission Regensburg.
Sie ist in zahlreichen nationalen und europäischen Fachgesellschaften aktiv und als Junior Editor der Zeitschrift für Gastroenterologie tätig.

Katharina Zimmermann, Forschungsärztin am Universitätsklinikum Regensburg
Dr. med. Katharina Zimmermann studierte Humanmedizin an der Ruprecht-Karls-Universität in Heidelberg. Sie schloss das Medizinstudium 2022 ab. Auslandsaufenthalte führten sie nach Florenz, Padua und Riga sowie nach New York für die Teilnahme an der National Model United Nations (NMUN). Außerdem absolvierte sie ein Praktikum beim Bundesgesundheitsministerium. Seit 2023 arbeitet sie als Forschungsärztin in der Klinik und Poliklinik für Innere Medizin I am Universitätsklinikum Regensburg unter Leitung von Prof. Martina Müller-Schilling.
In ihrer Promotion beschäftigt sie sich mit der Leberbeteiligung bei Sarkoidose. Während ihres Studiums initiierte sie die Implementierung der fakultätsübergreifenden Online-Lehrveranstaltung „Medizinische Ausbildung“, die seit dem Sommersemester 2022 jährlich in Kooperation von bvmd und dem Master of Medical Education ausgerichtet wird und als Themenschwerpunkt „Planetary Health“ behandelt.

Valeria Hackemann, Ärztin am Universitätsklinikum Augsburg
Dr. med. Valeria Hackemann graduierte 2023 in Humanmedizin und 2024 in Molekularer Medizin am Universitätsklinikum Jena. Auslandsaufenthalte führten sie u.a. nach Spanien, Griechenland, Peru und Tansania. Ihre Dissertation widmete sie der Untersuchung verschiedener in vitro-Modelle persistierender Staphylococcus aureus-Infektionen und der Entwicklung von antibiotischen Behandlungsansätzen.
Im Anschluss trat Dr. Hackemann eine Stelle als Ärztin in Weiterbildung im Bereich Virologie am Max von Pettenkofer-Institut der Ludwig-Maximilians-Universität München an. Aktuell befindet sie sich in der klinischen Ausbildung als Assistenz- und Studienärztin an der 3. Medizinischen Klinik des Universitätsklinikums Augsburg.
Studentische Hilfskräfte
- Marie Bölke (Tiermedizin, LMU)
- Sue Kroner (Regensburg)
- Lucia Krüger (LMU)
- Cornelia Schirmer (LMU)
Zielgruppe
Dieser Kurs ist sowohl für Medizinerinnen und Mediziner als auch für den interessierten Laien geeignet, um sich ausführlich mit den Wechselwirkungen zwischen Klimawandel und viralen vektorübertragenen Infektionskrankheiten auseinanderzusetzen. Wir haben uns stets bemüht, Fachbegriffe auf das Nötigste zu reduzieren und - wo unbedingt nötig - zu erklären. Falls Sie trotzdem auf unbekannte Begriffe oder Konzepte stoßen, ermuntern wir Sie, diese ganz in der Art eines neugierigen Forschers nachzuschlagen. Viel Spaß!
Bescheinigung der Teilnahme
Nach Abschluss des Kurses ist der Erhalt einer Teilnahmebestätigung möglich.