Sehen – Neurophysiologie und Physik der visuellen Wahrnehmung
Sehen – Neurophysiologie und Physik der visuellen Wahrnehmung
| Angeboten von: | LMU Co.Med | ||
| Anbietende Hochschule: | Uni München (LMU), Uni Erlangen-Nürnberg (FAU), Uni Würzburg | ||
| Kurssprache: | Deutsch | ||
| Wissensgebiet: | Medizin | Kostenfrei | |
| Durchschnittliche Bearbeitungszeit: | 15 Stunden | Kostenfrei | Einschreiben |
| Bildnachweis: https://pixabay.com/de/photos/augenarzt-arzt-geduldig-auge-91751/ | |||
Was können Sie in diesem Kurs lernen?
Nach erfolgreicher Bearbeitung des Kurses können Sie ...
Kapitel 1: Physikalische Grundlagen
- den Begriff "Licht" physikalisch definieren und beschreiben.
- Unterschiede in der visuellen Wahrnehmung zwischen Menschen und Tieren am Beispiel von Bienen und Pferden beschreiben.
- die Funktion der reflektierenden Schicht (Tapetum lucidum) im Auge einiger Tierarten beschreiben.
- Beispiele für elektromagnetische Strahlung im Alltag nennen und sie im Wellenlängen-Spektrum im Vergleich zum sichtbaren Licht einordnen.
- den Strahlengang bei konvexen und konkaven Linsen darstellen.
- den mathematischen Zusammenhang von Dioptrien und der Brennweite von Linsen aufzeigen.
- die Kenngrößen Helligkeit und Sättigung innerhalb der Farbwahrnehmung voneinander abgrenzen.
Kapitel 2: Dioptrischer Apparat
- den anatomischen Aufbau des Auges beschreiben.
- die optischen Gesetze der Lichtbrechung erläutern.
- erklären, warum das Bild in unserem Auge auf dem Kopf steht.
- die Strukturen im Auge, die für die Nah- und Fernakkomodation wesentlich sind, aufzählen und die dafür notwendigen Vorgänge beschreiben.
- die anatomischen Verhältnisse beschreiben, die Kurzsichtigkeit (Myopie) bzw. Weitsichtigkeit (Hyperopie) zur Folge haben.
- die physiologischen Ursachen der Altersweitsichtigkeit (Presbyopie) und die damit verbundenen Einschränkungen der Nahakkommodation erklären.
- verschiedene Funktionen der Tränenflüssigkeit aufzählen und Methoden zur Messung ihrer Quantität und Qualität nennen.
- verschiedene Funktionen des Kammerwassers aufzählen und seine Bedeutung für den Augeninnendruck darlegen.
- die Auswirkungen einer Linsentrübung (Grauer Star, Katarakt) auf die visuelle Wahrnehmung erläutern und mögliche Ursachen aufzählen.
- den Zusammenhang zwischen Tageslichtexposition im Kindesalter und der Entstehung bzw. Prävention von Kurzsichtigkeit (Myopie) erläutern.
- verschiedene Behandlungsmöglichkeiten bei Kurzsichtigkeit (Myopie) im Kindesalter und bei Erwachsenen nennen.
- das Verfahren zur Bestimmung der Sehschärfe (Visus) im Rahmen eines Sehtests beschreiben
- den Reflexbogen beim Pupillenreflex beschreiben.
- den diagnostischen Wert des Pupillenreflexes für die neurologische Beurteilung begründen.
Kapitel 3: Retina
- die Zellarten der Retina aufzählen und ihre Rolle im Signalweg beschreiben.
- den funktionalen Unterschied zwischen Stäbchen und Zapfen erklären und daraus ableiten, warum bei geringer Lichtintensität die Farbwahrnehmung verloren geht.
- Charakteristische Unterschiede der retinalen Erkrankungen „Retinopathia pigmentosa“ und „altersbedingte Maculadegeneration“ aufzählen.
- die Rolle von Retinal als eine Form von Vitamin A beim Sehvorgang beschreiben und den Zusammenhang mit Carotinoiden (z. B. in Karotten) herstellen.
- die Signalkette in der Retina nachvollziehen und das Verhältnis zwischen Belichtungsstärke und der Menge an freigesetztem Neurotransmitter (Glutamat) charakterisieren.
- den Begriff „rezeptives Feld“ definieren und seine Größe mit der räumlichen Auflösung bzw. der Sensitivität für Licht in Zusammenhang bringen.
- die Rolle der Zentrum-Umfeld-Organisation von rezeptiven Feldern für die Kontrastverstärkung beschreiben.
- die Entstehung von Farbsehstörungen beschreiben und erklären, warum eine Rot- und/oder Grün-Sehschwäche viel häufiger Männer als Frauen betrifft.
- zwei Methoden zur Diagnostik von Farbsehstörungen nennen.
- die Unterschiede in der Adaptation von Stäbchen und Zapfen an veränderte Helligkeit beschreiben.
Kapitel 4: Zentrale Verarbeitung
- Faktoren nennen, die für das räumliche Sehen wichtig sind.
- den evolutionären Vorteil unterschiedlicher Augenpositionen (seitlich oder vorne) bei Beute- und Raubtieren vergleichen.
- eine Methode zur Vermessung des Gesichtsfelds beschreiben.
- die Entstehung des „blinden Flecks“ erläutern.
- die therapeutische Notwendigkeit einer Okklusionstherapie (Abkleben eines Auges) zur Vermeidung einer Schwachsichtigkeit (Amblyopie) bei Kindern begründen.
- den Verlauf der Sehbahn beschreiben.
- bestimmte Arten von Gesichtsfeldausfällen (Skotomen) ihrem Ursprung im entsprechenden Abschnitt der Sehbahn zuordnen.
- das neurologische Defizit der Prosopagnosie (Gesichtsblindheit) als Störung der höheren visuellen Verarbeitung identifizieren.
Kapitel 5: Augenbewegungen
- verschiedene Augenbewegungen (z. B. Sakkade, Zielfolgebewegung) differenzieren.
- den optokinetischen Nystagmus (Augenzucken bei Vorbeifahrt) beschreiben.
- die Relevanz des vestibulookulären Reflexes zur Bildstabilisierung erklären.
Kapitel 6: Optische Phänomene
- den neurophysiologischen Hintergrund verschiedener optischer Täuschungen (z. B. Vexierbilder, Nachbilder, Simultankontrast) beschreiben.
- das Prinzip der Stereoskopie und dessen Anwendung in der 3D-Filmtechnik erläutern.
Gliederung
Kapitel 1 - Physikalische Grundlagen:
Was ist Licht?, Strahlengang und Linsen, Helligkeit und Sättigung
Kapitel 2 - Dioptrischer Apparat:
Dioptrischer Apparat, Exkurs: Katarakt, Augenwachstum und Myopie, Exkurs: Sehtest, Pupillenreflex
Kapitel 3 - Retina:
Aufbau der Retina, Retinopathien, Signaltransduktion, retinale Verarbeitung, Farbensehen, Hell-/Dunkel-Adaptation
Kapitel 4 - Zentrale Verarbeitung:
Gesichtsfeld, räumliches Sehen, Sehbahn, visuelle Agnosien
Kapitel 5 - Augenbewegungen
Kapitel 6 - Optische Phänomene
Angeboten von
Prof. Dr. Antje Grosche
Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU)
Dr. Kathrin Dethleffsen
Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU)
PD Dr. Dr. Tobias Huth
Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU)
Prof. Dr. Knut Kirmse
Julius-Maximilians-Universität Würzburg (JMU)
Dr. Barbara Obirei
Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU)
Weitere Mitwirkende
Dr. Sarah Gleiss
Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU)
Martina Wochnig
Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU)
Zielgruppe
Dieser Kurs richtet sich an alle Interessierten – Vorkenntnisse sind nicht erforderlich. Er vermittelt die physikalischen, anatomischen und physiologischen Grundlagen des Sehens sowie Einblicke in die Augengesundheit und klinische Fragestellungen.
Das Angebot kann der Studienvorbereitung für Fachrichtungen wie Medizin, Psychologie oder Neurowissenschaften dienen und bietet eine fundierte Basis für das Verständnis der visuellen Wahrnehmung.
Bescheinigung der Teilnahme
In diesem Kurs können Sie sich eine automatisch generierte Teilnahmebestätigung im PDF-Format herunterladen, wenn Sie in den Kapitelabschlussquizzes mindestens 80 Prozent der möglichen Punkte erreichen.