Dynamiken sexualisierter Gewalt unter Jugendlichen: Erkennen, Verstehen und Handeln

Angeboten von: Prof. Dr. Christoph Weller, Prof. Dr. Janine Linßer,
Dr. Rebecca Gulowski, Magdalena Holz
Anbietende Hochschule: Uni Augsburg, TH Augsburg
Kurssprache: Deutsch
Wissensgebiet: Soziale Arbeit Kostenfrei
Durchschnittliche Bearbeitungszeit: 20 Stunden Kostenfrei Einschreiben
Bildnachweis: Kateryna Hliznitsova (Unsplash+), mit Model gestellt

Was erwartet Sie in diesem Kurs?

Wie sprechen Jugendliche über Sexualität?
Wo beginnt eine Grenzverletzung?
Wie kann man als Bezugsperson klar und sensibel darüber sprechen?

In Ihrem Alltag begegnen Sie immer wieder Situationen, in denen Jugendliche mit Fragen, Aussagen oder Unsicherheiten zum Thema Sexualität und sexualisierte Grenzverletzungen in den Fokus rücken - sei es in Ihrem privaten Umfeld, im schulischen oder universitären Kontext, in der Jugendhilfe, Ihrer Vereinsarbeit oder Ihrem Ehrenamt. Unabhängig davon, ob Sie diesen Kurs aus privatem Interesse, im Rahmen Ihrer Ausbildung oder Ihrer beruflichen Tätigkeit absolvieren:

Sie möchten sich grundlegendes Wissen zu sexualisierter Gewalt aneignen und die Berührungsangst mit diesem Thema verlieren? Ihre eigene Haltung reflektieren und stärken? Wissen, wie Sie Jugendliche sensibel begleiten und Orientierung geben können?

Dann sind Sie in diesem Kurs genau richtig. Der Kurs folgt einem klar strukturierten, aufeinander aufbauenden didaktischen Konzept.

Er beginnt mit einem einführenden Modul zur Orientierung, gefolgt von einem Sensibilisierungs- und Ressourcenmodul. Zu Beginn jedes neuen Moduls lädt Sie eine Check-in-Lektion dazu ein, Ihr eigenes Befinden zu reflektieren, und unterstützt Sie dabei, achtsam und selbstfürsorglich durch den Kurs zu gehen.

In den anschließenden Kapiteln erweitern Sie systematisch Ihr Wissen, von den Grundlagen zu Begriffen, Formen und Prävalenzen, über Dynamiken, Einflussfaktoren und Hürden des Eingreifens, mediatisierte sexualisierte Gewalt, Handlungsmöglichkeiten und Hilfestrukturen sowie rechtliche Grundlagen bis zur Integration in die eigene Praxis.

Alle Inhalte sind multimedial aufbereitet und fördern sowohl die Wissensaneignung als auch die praktische Anwendung. Interaktive Videos, digitale Lernlandkarten, Reflexionsfragen, Fallbeispiele und ein digitaler Ressourcengarten (u. a. zur Psychohygiene) unterstützen Sie dabei, die Inhalte nicht nur theoretisch zu erfassen, sondern in die Praxis zu integrieren. In jedem Kapitel bieten gezielte Lernfragen die Möglichkeit, Ihren Wissensstand zu überprüfen, Inhalte zu vertiefen und den eigenen Lernprozess bewusst zu gestalten.

Angeleitet werden Sie von einem interdisziplinären Team aus Expertinnen. Die Kursautor:innen bringen wissenschaftlich fundiertes Wissen und praktische Erfahrungen aus der Gewaltprävention, Traumaberatung, politischen Bildung sowie der Forschung zu Konfliktdynamiken und jugendlichen Peer-Dynamiken mit. 

Wir freuen uns über Ihre Teilnahme und Engagement in diesem Thema!

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Was können Sie in diesem Kurs lernen?

In sieben aufeinander aufbauenden Kapiteln möchten wir für das Phänomen sexualisierter Gewalt im Jugendalter sensibilisieren, die entwicklungsbedingten Besonderheiten des Jugendalters aufzeigen sowie grundlegende Begriffe, Erscheinungsformen, Prävalenzen und Einflussfaktoren sexualisierter Gewalt in der Jugend vorstellen.

Es erwartet Sie zudem ein Überblick über soziale Dynamiken, Bystander-Verhalten und die Hürden, die Jugendliche beim Eingreifen in beobachtete Situationen erleben, sowie über die Einflüsse sexueller Skripte und gesellschaftlicher Mythen.

Darüber hinaus wird Wissen zu Übergriffen im digitalen Raum, zu den rechtlichen Rahmenbedingungen, zu Handlungsoptionen sowie Beratungs- und Unterstützungsangeboten vermittelt.

Gliederung

Modul 0: Willkommen

Modul 1: Ressourcen und Haltung

Modul 2: Grundlagen (sexualisierter Gewalt unter Jugendlichen)

Modul 3: Dynamiken (sexualisierter Gewalt unter Jugendlichen)

Modul 4: Mediatisierte (sexualisierte Gewalt unter Jugendlichen)

Modul 5: Handlungsimpluse

Modul 6: Rechtliche Grundlagen

Modul 7: Integration

Angeboten von

Prof. Dr. Christoph Weller ist ein renommierter Friedens- und Konfliktforscher und leitet das "Bayerische Zentrum für Friedens- und Konfliktforschung: Deutungskämpfe im Übergang“ (BZeFK) an der Universität Augsburg. Nach wissenschaftlichen Stationen in Tübingen, Darmstadt, Bremen, Duisburg, Stuttgart, Marburg und an der Yale University wurde er 2008 auf den Lehrstuhl für Politikwissenschaft, Friedens- und Konfliktforschung der Universität Augsburg berufen.

Seine interdisziplinären Arbeiten verbinden Konfliktanalyse, Friedenstheorie und Gewaltforschung mit einer ausgeprägten Praxisorientierung. Schwerpunkte seiner Lehr- und Forschungstätigkeiten sind die epistemologischen Grundlagen des Friedens, Fragen der Gewaltprävention sowie die Vermittlung von Konfliktkompetenzen – unter anderem im Rahmen des von ihm initiierten Transferzentrums Frieden Augsburg (TFA).

Durch den intensiven Dialog mit der Praxis trägt seine Forschung dazu bei, Themen von Frieden und Konflikt in Bildungs- und Qualifizierungsangebote einzubringen und wissenschaftliche Expertise unmittelbar wirksam werden zu lassen.

Prof. Dr. Janine Linßer ist Professorin für wissenschaftliche Grundlagen der Sozialen Arbeit an der Technischen Hochschule Augsburg. Sie bringt umfassende Expertise in den Bereichen Jugendforschung, Radikalisierungsprävention und politischer Bildung mit.

In ihrer Forschung befasst sie sich schwerpunktmäßig mit der Prävention und Intervention bei Radikalisierungsprozessen im Kontext Sozialer Arbeit, der Förderung sozialer Kompetenzen sowie der politischen Teilhabe junger Menschen. Ein weiterer Forschungsschwerpunkt liegt auf dem Kompetenzerwerb in unterschiedlichen Studienformaten der Sozialen Arbeit und der Frage, wie professionelles Handeln in Studium und Lehre gefördert werden kann, wodurch sie ausgewiesene Expertise in der Entwicklung und Vermittlung von Präventions- und Handlungsstrategien, der Wissenschaftskommunikation sowie der Förderung einer professionellen Haltung mitbringt.

Darüber hinaus bringt Prof. Linßer fundierte, praxisnahe Erfahrungen aus der Schulsozialarbeit mit und ist an der Evaluation von Sozialtrainingsprogrammen zur Mobbingprävention beteiligt. Ihre Arbeit zeichnet sich durch eine enge Verbindung von Forschung, Praxis und strategischer Präventionsarbeit aus.

Weitere Mitwirkende

Dr. Rebecca Gulowski ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Politikwissenschaft, Friedens- und Konfliktforschung der Universität Augsburg und wissenschaftliche Referentin am Deutschen Jugendinstitut. Ab März 2026 übernimmt sie die Professur für Sozialwissenschaften an der SRH Hochschule Nordrhein-Westfalen, Campus Hamm.

Ihre Forschung befasst sich mit sexualisierter Gewalt in Kindheit und Jugend und den damit verbundenen Unterstützungsbedarfen. Ein Schwerpunkt liegt auf den Erfahrungen Jugendlicher, etwa im Rahmen ihrer Expertise für die BIÖG (früher BZgA). Aktuell arbeitet sie im Projekt zu Unrechtserfahrungen von Kindern und Jugendlichen in Münchner Jugendamtsunterbringungen (1945–1990). Zuvor wirkte sie in Projekten zur Prävention sexualisierter Gewalt unter Jugendlichen und zur Rolle von Peers als Ansprechpersonen mit.

Mit ihrer Expertise in Gewaltanalyse, Prävention und Intervention sowie als traumazentrierte Fachberaterin und systemische (Trauma-)Therapeutin verbindet Dr. Gulowski Forschung und Praxis. Ihr interdisziplinärer Ansatz stärkt die wirksame Umsetzung von Erkenntnissen der Gewalt- und Traumaforschung in Lehre und Unterstützung Betroffener.

Magdalena Holz, M. Sc., ist Psychologin und wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Politikwissenschaft, Friedens- und Konfliktforschung der Universität Augsburg. Derzeit absolviert sie die Approbationsausbildung zur Psychologischen Psychotherapeutin in Systemischer Therapie. Zuvor arbeitete sie am Deutschen Jugendinstitut, unter anderem im Projekt „Jugendliche gegen sexualisierte Gewalt unter Jugendlichen stark machen“. Ihre Forschungs- und Praxisschwerpunkte liegen auf dem Umgang mit sexualisierter Gewalt, insbesondere auf Peer-Dynamiken und der Rolle von Bystanderinnen in Prävention und Intervention. Darüber hinaus engagiert sie sich als Referentin bei der jährlichen Herbsttagung der Internationalen Gesellschaft für Tiefenpsychologie (igt), wo sie Seminare zu Lebenswelten und mentalen Herausforderungen junger Menschen leitet. Dabei vermittelt sie praxisnahe Ansätze, die Fachkräften und Psycholog:innen helfen, Jugendlichen kompetent und unterstützend begegnen zu können.

Ihre Erfahrungen in der empirischen Forschung, der Entwicklung von Präventionskonzepten, ihre therapeutische Ausbildung sowie ihre Expertise in Bildungsarbeit fließen direkt in die Gestaltung dieses Kurses ein und prägen ihren anwendungsorientierten Zugang.

Marie Krammer-Gewolf, B. A., war als studentische Hilfskraft im Projekt „Dynamiken sexualisierter Gewalt unter Jugendlichen“ tätig. Sie hat Soziologie an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt studiert und absolviert derzeit den Masterstudiengang „Soziologie: Konflikte, Politik & Gesellschaft“ an der Universität Augsburg. Durch ihre Mitarbeit im Frauenzentrum Augsburg e.V. sowie ein Forschungspraktikum im Bereich „Sozialer Raum und Kriminalität“ verfügt sie über fundierte Erfahrungen im Themenfeld sexualisierte Gewalt. In ihrer bisherigen Arbeit hat sie sich sowohl theoretisch als auch praktisch mit den gesellschaftlichen Bedingungen von Gewalt auseinandergesetzt.

Im Projekt unterstützt sie insbesondere die didaktische und inhaltliche Aufbereitung des Kursmaterials und bringt dabei ihre wissenschaftliche Neugier, ihre Praxiserfahrung und ihr Engagement für eine verständliche und zugängliche Wissensvermittlung ein.

Zielgruppe

Dieser Kurs richtet sich an alle Personen, die mit Jugendlichen zusammenleben oder arbeiten - sei es professionell, ehrenamtlich oder im privaten Umfeld. Angesprochen sind u. a. Studierende der Sozialen Arbeit, Pädagogik, Erziehungswissenschaften, des Lehramts, der Medizin, Sozialwissenschaften, Theologie, Psychologie und verwandter Disziplinen ebenso wie pädagogisch Tätige, Fachpraktiker:innen und Multiplikator:innen in Bildung und Prävention.

Zugleich richtet sich der Kurs ausdrücklich auch an alle Interessierten, die sich grundlegendes Wissen zu sexualisierter Gewalt in der Jugend aneignen möchten.

Es sind keine Vorkenntnisse erforderlich.

Bescheinigung der Teilnahme

Für diesen Kurs kann nach erfolgreichem Bestehen der Kursanforderungen eine Teilnahmebestätigung erworben werden.

Die Bearbeitungszeit des gesamten Kurses beträgt - je nachdem, wie intensiv Sie sich mit den Inhalten beschäftigen - etwa 20 Stunden.

Lizenz

All rights reserved

Schlagworte

Sexualisierte Gewalt, sexualisierte Gewalt unter Jugendlichen, sexuelle Gewalt, soziale Dynamiken unter Jugendlichen, Prävention, Bystander*innen bei sexualisierter Gewalt, soziale Arbeit, Jugend, Schutzkonzept, Sexualität