Dynamiken sexualisierter Gewalt unter Jugendlichen: Erkennen, Verstehen und Handeln
Dynamiken sexualisierter Gewalt unter Jugendlichen: Erkennen, Verstehen und Handeln
| Angeboten von: | Prof. Dr. Christoph Weller, Prof. Dr. Janine Linßer, Dr. Rebecca Gulowski, Magdalena Holz | ||
| Anbietende Hochschule: | Uni Augsburg, TH Augsburg | ||
| Kurssprache: | Deutsch | ||
| Wissensgebiet: | Soziale Arbeit | Kostenfrei | |
| Durchschnittliche Bearbeitungszeit: | 20 Stunden | Kostenfrei | Einschreiben |
| Bildnachweis: Kateryna Hliznitsova (Unsplash+), mit Model gestellt | |||
Was können Sie in diesem Kurs lernen?
In sieben aufeinander aufbauenden Kapiteln möchten wir für das Phänomen sexualisierter Gewalt im Jugendalter sensibilisieren, die entwicklungsbedingten Besonderheiten des Jugendalters aufzeigen sowie grundlegende Begriffe, Erscheinungsformen, Prävalenzen und Einflussfaktoren sexualisierter Gewalt in der Jugend vorstellen.
Es erwartet Sie zudem ein Überblick über soziale Dynamiken, Bystander-Verhalten und die Hürden, die Jugendliche beim Eingreifen in beobachtete Situationen erleben, sowie über die Einflüsse sexueller Skripte und gesellschaftlicher Mythen.
Darüber hinaus wird Wissen zu Übergriffen im digitalen Raum, zu den rechtlichen Rahmenbedingungen, zu Handlungsoptionen sowie Beratungs- und Unterstützungsangeboten vermittelt.
Gliederung
Modul 0: Willkommen
Modul 1: Ressourcen und Haltung
Modul 2: Grundlagen (sexualisierter Gewalt unter Jugendlichen)
Modul 3: Dynamiken (sexualisierter Gewalt unter Jugendlichen)
Modul 4: Mediatisierte (sexualisierte Gewalt unter Jugendlichen)
Modul 5: Handlungsimpluse
Modul 6: Rechtliche Grundlagen
Modul 7: Integration
Angeboten von

Prof. Dr. Christoph Weller ist ein renommierter Friedens- und Konfliktforscher und leitet das "Bayerische Zentrum für Friedens- und Konfliktforschung: Deutungskämpfe im Übergang“ (BZeFK) an der Universität Augsburg. Nach wissenschaftlichen Stationen in Tübingen, Darmstadt, Bremen, Duisburg, Stuttgart, Marburg und an der Yale University wurde er 2008 auf den Lehrstuhl für Politikwissenschaft, Friedens- und Konfliktforschung der Universität Augsburg berufen.
Seine interdisziplinären Arbeiten verbinden Konfliktanalyse, Friedenstheorie und Gewaltforschung mit einer ausgeprägten Praxisorientierung. Schwerpunkte seiner Lehr- und Forschungstätigkeiten sind die epistemologischen Grundlagen des Friedens, Fragen der Gewaltprävention sowie die Vermittlung von Konfliktkompetenzen – unter anderem im Rahmen des von ihm initiierten Transferzentrums Frieden Augsburg (TFA).
Durch den intensiven Dialog mit der Praxis trägt seine Forschung dazu bei, Themen von Frieden und Konflikt in Bildungs- und Qualifizierungsangebote einzubringen und wissenschaftliche Expertise unmittelbar wirksam werden zu lassen.

Prof. Dr. Janine Linßer ist Professorin für wissenschaftliche Grundlagen der Sozialen Arbeit an der Technischen Hochschule Augsburg. Sie bringt umfassende Expertise in den Bereichen Jugendforschung, Radikalisierungsprävention und politischer Bildung mit.
In ihrer Forschung befasst sie sich schwerpunktmäßig mit der Prävention und Intervention bei Radikalisierungsprozessen im Kontext Sozialer Arbeit, der Förderung sozialer Kompetenzen sowie der politischen Teilhabe junger Menschen. Ein weiterer Forschungsschwerpunkt liegt auf dem Kompetenzerwerb in unterschiedlichen Studienformaten der Sozialen Arbeit und der Frage, wie professionelles Handeln in Studium und Lehre gefördert werden kann, wodurch sie ausgewiesene Expertise in der Entwicklung und Vermittlung von Präventions- und Handlungsstrategien, der Wissenschaftskommunikation sowie der Förderung einer professionellen Haltung mitbringt.
Darüber hinaus bringt Prof. Linßer fundierte, praxisnahe Erfahrungen aus der Schulsozialarbeit mit und ist an der Evaluation von Sozialtrainingsprogrammen zur Mobbingprävention beteiligt. Ihre Arbeit zeichnet sich durch eine enge Verbindung von Forschung, Praxis und strategischer Präventionsarbeit aus.
Weitere Mitwirkende

Dr. Rebecca Gulowski ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Politikwissenschaft, Friedens- und Konfliktforschung der Universität Augsburg und wissenschaftliche Referentin am Deutschen Jugendinstitut. Ab März 2026 übernimmt sie die Professur für Sozialwissenschaften an der SRH Hochschule Nordrhein-Westfalen, Campus Hamm.
Ihre Forschung befasst sich mit sexualisierter Gewalt in Kindheit und Jugend und den damit verbundenen Unterstützungsbedarfen. Ein Schwerpunkt liegt auf den Erfahrungen Jugendlicher, etwa im Rahmen ihrer Expertise für die BIÖG (früher BZgA). Aktuell arbeitet sie im Projekt zu Unrechtserfahrungen von Kindern und Jugendlichen in Münchner Jugendamtsunterbringungen (1945–1990). Zuvor wirkte sie in Projekten zur Prävention sexualisierter Gewalt unter Jugendlichen und zur Rolle von Peers als Ansprechpersonen mit.
Mit ihrer Expertise in Gewaltanalyse, Prävention und Intervention sowie als traumazentrierte Fachberaterin und systemische (Trauma-)Therapeutin verbindet Dr. Gulowski Forschung und Praxis. Ihr interdisziplinärer Ansatz stärkt die wirksame Umsetzung von Erkenntnissen der Gewalt- und Traumaforschung in Lehre und Unterstützung Betroffener.

Magdalena Holz, M. Sc., ist Psychologin und wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Politikwissenschaft, Friedens- und Konfliktforschung der Universität Augsburg. Derzeit absolviert sie die Approbationsausbildung zur Psychologischen Psychotherapeutin in Systemischer Therapie. Zuvor arbeitete sie am Deutschen Jugendinstitut, unter anderem im Projekt „Jugendliche gegen sexualisierte Gewalt unter Jugendlichen stark machen“. Ihre Forschungs- und Praxisschwerpunkte liegen auf dem Umgang mit sexualisierter Gewalt, insbesondere auf Peer-Dynamiken und der Rolle von Bystanderinnen in Prävention und Intervention. Darüber hinaus engagiert sie sich als Referentin bei der jährlichen Herbsttagung der Internationalen Gesellschaft für Tiefenpsychologie (igt), wo sie Seminare zu Lebenswelten und mentalen Herausforderungen junger Menschen leitet. Dabei vermittelt sie praxisnahe Ansätze, die Fachkräften und Psycholog:innen helfen, Jugendlichen kompetent und unterstützend begegnen zu können.
Ihre Erfahrungen in der empirischen Forschung, der Entwicklung von Präventionskonzepten, ihre therapeutische Ausbildung sowie ihre Expertise in Bildungsarbeit fließen direkt in die Gestaltung dieses Kurses ein und prägen ihren anwendungsorientierten Zugang.

Marie Krammer-Gewolf, B. A., war als studentische Hilfskraft im Projekt „Dynamiken sexualisierter Gewalt unter Jugendlichen“ tätig. Sie hat Soziologie an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt studiert und absolviert derzeit den Masterstudiengang „Soziologie: Konflikte, Politik & Gesellschaft“ an der Universität Augsburg. Durch ihre Mitarbeit im Frauenzentrum Augsburg e.V. sowie ein Forschungspraktikum im Bereich „Sozialer Raum und Kriminalität“ verfügt sie über fundierte Erfahrungen im Themenfeld sexualisierte Gewalt. In ihrer bisherigen Arbeit hat sie sich sowohl theoretisch als auch praktisch mit den gesellschaftlichen Bedingungen von Gewalt auseinandergesetzt.
Im Projekt unterstützt sie insbesondere die didaktische und inhaltliche Aufbereitung des Kursmaterials und bringt dabei ihre wissenschaftliche Neugier, ihre Praxiserfahrung und ihr Engagement für eine verständliche und zugängliche Wissensvermittlung ein.
Zielgruppe
Dieser Kurs richtet sich an alle Personen, die mit Jugendlichen zusammenleben oder arbeiten - sei es professionell, ehrenamtlich oder im privaten Umfeld. Angesprochen sind u. a. Studierende der Sozialen Arbeit, Pädagogik, Erziehungswissenschaften, des Lehramts, der Medizin, Sozialwissenschaften, Theologie, Psychologie und verwandter Disziplinen ebenso wie pädagogisch Tätige, Fachpraktiker:innen und Multiplikator:innen in Bildung und Prävention.
Zugleich richtet sich der Kurs ausdrücklich auch an alle Interessierten, die sich grundlegendes Wissen zu sexualisierter Gewalt in der Jugend aneignen möchten.
Es sind keine Vorkenntnisse erforderlich.
Bescheinigung der Teilnahme
Für diesen Kurs kann nach erfolgreichem Bestehen der Kursanforderungen eine Teilnahmebestätigung erworben werden.
Die Bearbeitungszeit des gesamten Kurses beträgt - je nachdem, wie intensiv Sie sich mit den Inhalten beschäftigen - etwa 20 Stunden.